GAMETEST: THE WALKING DEAD – SEASON 1

Der Zombie-Apokalypse-Hype ist momentan kaum zu übersehen. Neben der sehr erfolgreichen Fernsehserie The Walking Dead und den gleichnamigen Comicbüchern, werden zur Zeit viele Computerspiele des Genres veröffentlicht. Darunter Day Z, State of Decay & The Walking Dead: Survival Instinct. Das seit April 2012 erhältliche The Walking Dead in der ersten Season kann sich von der Masse absetzten. Unsere Verantwortung für die Gruppe und die Konsequenzen unseres Handelns stehen dabei im Mittelpunkt.

The Walking Dead – Season 1 unterteilt sich in fünf Episoden. Die allesamt eine zusammenhängende spannende Geschichte zu erzählen wissen und mit einem dramatischen Ende die Spannung für die Wartezeit auf die nächste Folge konstant halten, die Inhalte aber in keinster Weise langatmig oder langweilig sind. Parallelen zur Fernsehserie finden sich nicht nur im Aufbau in einzelne Episoden der Staffel, man trifft auch auf bekannte Gesichter wie bspw. Hershel oder Glenn.
Anders als in anderen Spielen ist das Überspringen von Sequenzen nicht möglich, aber glücklicherweise auch nie nötig. Es ist einfach die Konsequenz der Herangehensweise an diese Erzählform.
Das Spiel ist nur auf Englisch verfügbar.

Story:
Auch wenn eine Menge Spieler alle fünf Episoden am Stück durchgezockt haben werden, der stückweise Konsum des Stoffs ist auch sinnvoll und ein Modell, das es in der Welt der interaktiven Unterhaltung häufiger geben sollte. Es ist ein bisschen wie bei der Serie, bei der man die nächste Folge kaum abwarten kann. Oder wie beim Comic, bei dem man immer einen ganzen Monat abwarten muss, bis es weiter geht. Die Geschichte des Spiels ist in Sinnabschnitte unterteilt, die für sich verarbeitet und verdaut werden müssen. Jede Episode hat mindestens einen emotionalen Moment, der uns lange in Erinnerung bleiben wird. Ganz besonders gelingt das dem Ende der letzten Episode, die sich wie die Comic-Vorlage fernab der typischen Hollywood-Schemen bewegt. The Walking Dead bricht gerne mit Tabus und kann mitunter ein sehr unangenehm flaues Gefühl in der Magengegend hinterlassen.

Ein großes Probleme von Horror-Szenarien ist der ununterbrochene Drang der Autoren, ständig etwas passieren zu lassen. Hinter jeder Ecke lauert das Böse und was schief gehen kann muss auch schief gehen. Doch bei The Walking Dead ist das anders. Das ist nicht nur sehr erfrischend, sondern sorgt damit für eine ganz besondere Spannung. Manchmal passiert eben nicht das, womit wir sicher rechnen.

Das Spielprinzip:
Klassische Point’n’Click-Passagen wechseln sich regelmäßig mit den interaktiven Gesprächen und Quicktime-Events ab. Mal gilt es, möglichst schnell in die Tasten zu hauen, mal schießen wir mit der Maus die Zombies über den Haufen. So beginnt die erste Sequenz damit, dass uns ein Zombie in Polizeimontur überrascht und wir rückwärts kriechend auf ein Gewehr und daneben liegender Munition aufmerksam werden, während sich der Zombie immer schneller nähert. In den interaktiven Dialogen wird uns regelmäßig angezeigt, was sich unsere Gesprächspartner einprägen. Beispielsweise, dass sie unsere Ehrlichkeit zu schätzen wissen oder dass sie bemerkt haben, wenn wir einer Frage ausweichen. Der Spieler muss zwischenzeitlich schwierige Entscheidungen treffen, die den Spielverlauf beeinflussen sollen. Kernfragen: Wir verhalten sich Menschen, wenn sie Hunger haben und es keine Ordnungsmacht gibt, die sie daran hindert, sich einfach zu nehmen was sie brauchen? Wann geht es nicht mehr um richtig oder falsch, sondern nur noch ums Überleben?

Grafik:
In optischer Hinsicht gefällt mir The Walking Dead mit der Cel-Shading-Optik, die der Vorlage den Comics angemessen ist, sehr gut. Darüber hinaus profitiert die Optik von einer geschickten Kameraführung und einem sehr gelungenen Schnitt. Einzig die Mimik wirkt flach und oberflächlich.

Wertung:
Story: 8/10
Spielmechanik: 9/10
Grafik: 9/10

Gesamt: 9/10

Seit Dezember 2013 ist die zweite Season erhältlich. Allerdings mit einem neuen Protagonist: man schlüpft in die Rolle der kleinen Clementine. Auch hier werden Entscheidungen aus dem ersten Teil integriert. Bleibt abzuwarten wie sich die Geschichte in den nächsten Episoden entwicklet. Ich bin gespannt!

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